Haefner

Urkilogramm und Rückführbarkeit

Justierung von Waagen




Nationales Normal der Bundesrepublik Deutschland

Waagen messen die erzeugte Gewichtskraft eines Objektes. Diese Kraft hängt vom Standort der Waage ab und nimmt mit zunehmender Entfernung vom Erdmittelpunkt ab. Deshalb muss die angezeigte Gewichtskraft auf die aufgelegte Masse abgeglichen werden. Dieser Vorgang wird Justierung bezeichnet.

Die Masse ist die einzige Basisgröße, die sich nicht auf eine Naturkonstante zurückführen lässt, sondern auf einen definierten Körper - dem Urkilogramm. Beim Urkilogramm handelt es sich um einen Platin-Iridium-Zylinder von 39 mm Durchmesser und 39 mm Höhe. Seine Dichte beträgt 21,5 g/cm³. Er befindet sich im Bureau International des Poids et Mesures (BIPM) in Sèvres bei Paris. Jedes Land besitzt ein hochgenaues "Nationales Normal", das vom Urkilogramm abgeleitet ist.

Gewichtstücke, die zur Justierung, Kalibrierung oder Prüfung von Waagen verwendet werden, müssen auf das Urkilogramm oder ein nationales Normal rückführbar sein. Damit wird sichergestellt, dass die Prüfnormale verschiedener Labors miteinander übereinstimmen.

Die Rückführbarkeit ist als Eigenschaft eines Messergebnisses oder Normales definiert, die durch eine ununterbrochene Kette von Vergleichsmessungen mit angegebenen Messunsicherheiten auf geeignete nationale oder internationale Normale bezogen ist und ist damit auf eine allgemein gültige physikalische Basisgröße zurückzuführen.

Diese Vergleichsmessungen erfolgen in nationalen metrologischen Instituten, akkreditierten Kalibrierlabors und Eichbehörden. Jeder Anschluss (Rückführung) wird durch ein Prüf- oder Kalibrierschein dokumentiert, in dem die festgestellte Abweichung vom Nennwert und die Messunsicherheit angegeben sind.


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